Sa.
13.11.
Beginn: 21h
Hurra! Hurra! So nicht.
Gisbert zu Knyphausen + Band
support: daantje & the golden handwerk



Eintritt: 16 €  Location: Halle

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Es gibt Tage, da fragt man sich: Warum? Warum Popmusik, warum so viele Löcher im Asphalt und wieso ist das Leben so ungerecht? Gisbert zu Knyphausen hat auf diese Fragen ebenso wenig eine Antwort wie wir. Aber wenn er in seinen Liedern über die Rumpelpisten unserer Existenz nachdenkt, verwandeln sich Melancholie und Ratlosigkeit in einen lakonischen Neuanfang: "Die Welt ist grässlich und wunderschön" heißt es in einem Song des neuen Albums "Hurra Hurra! So nicht". Fast ein Motto. Denn wie oft passiert es, dass wir loslaufen möchten, aber nicht wissen in welche Richtung. Dass wir uns über etwas freuen, obwohl es vielleicht auch Nachteile bringt.

Das 2008 erschienene Debütalbum von Gisbert zu Knyphausen war allerdings ziemlich makellos und hat viele überrascht: Ohne großen Medien-Hype, ohne große Werbekampagne verkaufte sich das Debutalbum ganz hervorragend. Die Konzerte waren nicht einfach nur gut besucht, sie waren brechend voll. Fast immer wurde mitgesungen - und zwar textsicher. Man redete über diesen gut aussehenden, aber etwas schüchternen Typen und seine poetischen Songs. Man hat ihm das Etikett "Liedermacher" angeheftet, ihn mit Reinhard Mey verglichen. Was bei Songs wie "Spieglein, Spieglein" vielleicht sogar zutraf.

Nun gibt es endlich ein neues Album von Gisbert zu Knyphausen, dessen Familie seit 1350 schon den ein oder anderen Minister, Diplomaten und zuletzt Weinbauern hervorgebracht hat. Die Songs sind dunkler und romantischer als beim Debüt, musikalisch raffinierter und inhaltlich tiefer. "Hurra, Hurra! So Nicht" entstand in Tobias Levins renommiertem Electric Avenue Studio. Tocotronic haben hier aufgenommen, auch Rocko Schamoni, Kante, Slut und Kristof Schreuf. Weil Levin selber Musiker ist, sich Zeit nimmt und auch Details wichtig findet, klingen seine Produktionen auf eine superbe Weise vielfältig und reich.

"Hurra, Hurra! So nicht" klingt deutlich melancholischer, ernster und tiefer als das Debüt. "Dass man mich heute noch mit Reinhard Mey vergleicht kann ich mir eigentlich kaum vorstellen", sagt Gisbert. Und wir sehen das genauso. Gisbert zu Knyphausen ist heute eine atemberaubende Band und ein junger Songschreiber der immer wieder neue treffende Bilder für seinen und unseren Alltag findet. Davon wird vielleicht nichts besser. Aber es tut einfach verdammt gut.

Ach ja, was hat es eigentlich mit dem Albumtitel auf sich und dem gleichnamigen Song? "Damit wollte ich das Gefühl von Eifersucht auf den Punkt bringen. Wo man einerseits total wütend ist und andererseits bettelt: Bitte bleib hier!" Trauer und Glück sind nur zwei Seiten derselben Geschichte. Wir nennen sie unser Leben und nur wenige können darüber so gut singen wie Gisbert zu Knyphausen.

www.myspace.com/gisbertzuknyphausen  

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