Di.
24.04.
19h
Kulturkampf und Gewissen - Organisierter „Lebensschutz“



Eintritt: frei 

Die „Lebensschutz“-Bewegung will in die Offensive: Die Anti-Abtreibungsorganisationen möchten nicht nur die Zugänge zu Schwangerschaftsabbrüchen erschweren, sondern führen auch einen Kulturkampf zur Retraditio­nalisierung der Geschlechter- und Familienverhältnisse, um christliche Moral und das ärztliche Gewissen. Medizinethische und menschenrechtsbasierte juristische Argumentationsstrategien sind dabei eine Strategie, die den christlichen Fundamentalismus, der so gut wie alle Akteure grundlegend prägt, lediglich flankieren.


Die „Lebensschützer“ können sich auf gesellschaftliche Diskurse berufen, die auch von anderen Gruppen bestimmt werden: Das Spektrum von den rechtskonservativen „Christdemokraten für das Leben“ bis zur extrem rechten Zeitung „Junge Freiheit“ sehen die Demografiepolitik und eine Restauration konservativer Werte und Familienbilder als ihr Agitationsfeld. Das religiöse Spektrum verteidigt eine vermeintlich natürliche, gottgewollte christliche Ordnung. Der Antifeminismus formiert sich im Kampf gegen Gender Mainstreaming und reproduktive und sexuelle Rechte. Somit ist die „Lebensschutz“-Bewegung Teil eines konservativen bis extrem rechten, in Teilen antidemokratischen Spektrums. Dieses bietet aktuell mit seinem gesellschaftlich erstarkendem Antifeminismus und vor allem seiner Behauptung, das Christentum sei durch „Islamisierung“ und Säkularisierung inzwischen eine bedrohte Minderheit, den Aufwind, von dem die „Lebensschutz“-Bewegung profitieren möchte.


Die Veranstaltung möchte einen Überblick über die Akteure der „Lebensschutz“-Bewegung und ihre aktuellen Diskurse bieten.


Die Referentin Eike Sanders ist Mitarbeiterin des in Berlin ansässigen apabiz e.V. und des Forschungsnetzwerks Frauen und Rechtsextremismus. Zum Thema der Veranstaltung veröffentlichte sie zusammen mit anderen Autor*innen die Bücher „Kulturkampf und Gewissen“ (2018) und „Deutschland treibt sich ab“ (2014).


Die Veranstaltung wird in Kooperation mit dem Antirassistischen Bildungsforum Rheinland und der Antifa Oberhausen organisiert. Gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

 

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