Sa.
05.01.
20h
Contemporary Masters of Twang and Psych
with Fenton Weills / Saint Gallus Convention Tapes / Shiny Gnomes



Eintritt: 10 €  Location: Halle

Tickets bei EVENTIM & TixforGigs

 

An diesem Abend präsentieren sich drei Bands, die schon in den langweiligen Achtzigern der musikalischen Ödnis zu entkommen wussten:


Fenton Weills, Lieblinge von C86-Creation-hörigen Parkaträgern mit instrumentalem Schwerpunkt zwischen bundesrepublikanischem Nihilismus „Jeden Tag neue Angst“ und westfälischer Pulppubertät, „Peter Gunn“. Da winkt Link Wray den Merry Pranksters mit der Danelectro zu. Es erschienen einige Singles und LPs auf befreundeten Labels und 2016 wurde die Band mit einem Beitrag auf dem „Falscher Ort, Falsche Zeit“-Sampler, einer Retrospektive von Gitarrenbands aus den vergessenen Kellergewölben der Achtziger, geehrt. Zeitweise waren die Fenton Weills mit den TV Personalities und deren Großmeister Dan Tracey auf Tour. Tracy verteilte damals Zuckerwürfel ans Publikum. Oder war es LSD? Die Fenton Weills klingen frisch wie eh und je. Die Tremolos zittern und der Parka passt.

Saint Gallus Convention Tapes, das jüngste Ding an dem Abend, ein Quartett mit Wurzeln im elektrischen Blues mit kohlensackschweren Guitarren und Harpssound. Stefan Schlensag, ehemals Mitglied der Oberhausener Garagen-Punk-Band „The Hipsters“ findet mit seinen drei jungen Mitstreitern als Joe Black zur Höchstform zurück. Wer dem Dröhnen wohlwollend begegnet, wird sich sowohl an Bands wie Spaceman3 oder Savage Republic erinnert fühlen. Stoner und Drone Sounds haben die jungen Mitstreiter der Band als Virus eingeschleppt und infizierten damit nachhaltig Stefans bluesige Slide-Gitarre: „Wie Codine mit John Lee Hooker als Bandleader“ (Enko Landmann in: nowafuzz.ru).

Shiny Gnomes aus Nürnberg arbeiten seit mehr als drei Jahrzehnten an ihrem Psychedelischen Popuniversum. Mit „Some Funny Nightmares“ schafften sie 1987 einen Klassiker und mit „Lazing at Desert Inn“ gab es sogar einen Hit. Auf ihrem Weg erschienen mehr als 30 Tonträger, die mehr Facetten von Folk und Psychedelia abdeckten, als unter den Hut eines Fliegenpilz passen. Free Festival Spacerock, Remixe ihrer Songs von Mouse on Mars und Astralasia und zwischendurch winken Syd Barret und Jerry Garcia in Eintracht aus der spektralfarbenen Wolke. Wenn die Farfisa-
Orgeln kirmesmusikmäßig quengeln, die Gitarren die Melodien schreddern und der Drummer hinter seinem Kit hyperventiliert, dann liegt der Abheb-Faktor, gemessen an US-Psychedelia-Ikonen wie den 13th Floor Elevators oder den Electric Prunes, mindestens auf gleicher Höhe, sagte schon der Rolling Stone. Eine unglaubliche Liveband.

Alle drei Bands liefen sich in der Vergangheit so oft über den Weg, teilten Tourbus, Label oder Backstageraum, dass seit Ewigkeiten der Wunsch da war, mal wieder zusammen auf der Bühne zu stehen. Jetzt passiert es. Raumanzug anlegen und vorbeikommen.

 

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