Mi.
12.12.
19h
Elemente des identitären Antisemitismus
Vortrag von Stefan Vennmann



Eintritt: frei 

Auch wenn die neurechte Identitäre Bewegung öffentlichkeitswirksam den Islam als das zentrale Element identifiziert, das die ‚ethnokulturelle Kontinuität‘ der europäischen Völker vermeintlich zerstört, ist der Islam nicht der wahre Adressat der Kritik. Während die Identitären darauf beharren, weder rassistisch noch antisemitisch zu sein, sich „nicht um irgendwelche anti- oder philosemitischen Fixierungen“ zu scheren, sondern – wenn überhaupt – im Konflikt zwischen Palästinenser_innen und Israelis vermitteln zu wollen, spricht die Analyse ihrer politiktheoretischen und philosophischen Tradition eine ebenso andere wie deutliche Sprache.


Ausgehend von ideologischem Kampfbegriff des Ethnopluralismus soll im Vortrag erläutert werden, dass schon bei den Vordenkern dieses geopolitischen Prinzips nicht nur eine latent antisemitische Tendenz festzustellen ist, sondern dass Antisemitismus das zentrale Motiv darstellt. Ausgehend von dieser Diagnose soll dargestellt werden, wie sich dieser Tradition in der gegenwärtigen Rezeption des Begriffs Ehtnopluralismus keinesfalls entledigt wurde. Vielmehr drückt sich der Antisemitismus nur in anderen, oftmals verschleierten Facetten aus, ist aber bei genauerem Blick nicht zu übersehen. Um der Identitären Bewegung denn offensichtlichen Antisemitismus zu attestieren werden Schriften verschiedener neurechter Schlüsseltheoretiker sowie Äußerungen identitärer Aktivisten und Ideologen theoretisch reflektiert.

 

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